100 Tage Lockdown – Wie wird die neue Normalität aussehen?

Mit Wirkung zum 21.3.2020 wurden in Bayern drastische Ausgangsbeschränkungen verfügt und damit der „Lockdown“ ausgelöst. Wenige Tage danach traten ähnliche Einschränkungen für ganz Deutschland in Kraft. Noch nie waren Autobahnen, Innenstädte und Fernreisezüge so leer wie in diesen Tagen. Auch Flugzeuge waren seit Mitte der 1950er Jahre nicht mehr so wenige unterwegs.

Zwar gibt es durchaus Branchen, die in der Krise profitieren konnten. Doch insgesamt steigt mittlerweile die Zahl der Unternehmen deutlich, die sich deshalb in Insolvenz befinden.

Umsätze sind stark zurückgegangen oder komplett weggebrochen. Vielen ist der Cashflow komplett abgerissen und laufende finanzielle Verpflichtungen werden längst aus Rücklagen bzw. aus dem Privatvermögen gedeckt.

Auch 100 Tage später unterliegen einige Branchen immer noch drastisch spürbaren Restriktionen, wie etwa Reisebusunternehmen, die nicht im Linienverkehr engagiert sind. Deren Fuhrparks ruhen nach wie vor auf dem Hof, weil die Unternehmen Ihre Fahrzeuge bei 1,5 Meter Abstand zwischen den Fahrgästen nicht mal kostendeckend auslasten könnten.

Am wenigsten sind diejenigen von den Auswirkungen betroffen, die sich seit längerem mit Digitalisierung auseinandersetzen und bereits vor dem Lockdown erste Bereiche umgestellt hatten.

So schnell wie möglich zurück zur Normalität! So lautet in diesen Tagen wohl der meistgehegte Wunsch von Unternehmern und Verantwortlichen:

Doch an Normalität, wie wir sie kannten, glaubt dabei kaum noch jemand. Wie sieht dann die neue Normalität aus? Sicher ist, dass die neue Normalität eine andere sein wird, als die alte. Vielleicht nicht schlechter, aber auf jeden Fall deutlich anders.

Arbeitnehmer sind auf den Geschmack gekommen, dass arbeiten auch möglich ist, ohne im Stau zu stehen. Unternehmer haben festgestellt, dass sie mit Remote Working auch Fachkräfte und Spezialisten beschäftigen können, die außerhalb zumutbarer Arbeitswege leben. Und wer bis zum 20. März 2020 noch viel im Außendienst unterwegs war, konnte erfahren, dass viele Kundentermine auch ohne aufreibende Geschäftsreisen möglich sind.

Und im Mittelstand gibt es auch Unternehmen, die sich während des Lockdowns mit völlig neuen, innovativen Ideen neue Geschäftsmodelle geschaffen haben, wie so mancher Gastronom.

Manche, die sich noch am Jahresanfang Digitalisierungsmaßnahmen vehement verweigert hatten, gehörten mit zu den ersten, die Ihre Teams im Home Remote Working zu beschäftigen wussten.

Manche konnten ihren Geschäftsbetrieb durch Verlagerung Ihrer Kundengespräche in den digitalen Bereich aufrechterhalten. Andere haben Ihren Handel im Online Segment verstärkt und weitere sind nach ersten Erfolgen bereits kräftig dabei, ihre Marketingstrategien mit Online Marketing zu erweitern.

Trotz bitterer Einbrüche gibt es auch viele Beispiele, die uns im Mittelstand Mut und Zuversicht schüren können. Sich gegenseitig Mut machen ist der Grundgedanke eines Unternehmer Netzwerks.

Diesen Grundgedanken möchte ich hier mit aufgreifen. Mit meiner Erfahrung kann ich sicher die eine oder andere hilfreiche Anregung beisteuern. Vielleicht kenne ich auch nur jemanden, der jemanden kennt?

Und schon mancher bekam mitten in der größten Not ganz von selbst die Idee seines Lebens, nur weil ihm jemand zugehört hatte.

Ich komme aus der Logistik und habe mich vor 22 Jahren auf Kommunikationslogistik spezialisiert. Bei dem Stichwort Logistik haben die meisten sofort ein Bild mit LKW’s, Zügen, Schiffen und riesigen Verlade Terminals im Kopf.

Doch Logistik kümmert sich aber auch um Informationsflüsse. Kommunikation ist hier nur deshalb eigens erwähnt, weil Kommunikation neben Zahlen, Daten und Fakten auch noch Emotionen transportiert.

In diesem Sinne freue ich mich über jeden Austausch.

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