Digitalisierung und Automatisierung
Überlebensstrategie für KMU im Zeitalter der Globalisierung

Den Satz, den 1974 mal ein angehender Rentner zu mir sagte, werde ich wohl nie vergessen: „Schau Bub, ich habe zwei Berufe gelernt und nach dem schlimmen Krieg jetzt 28 Jahre lang einen davon ausgeübt. Die ganze Zeit in der selben Firma. Das war eine schöne, eine ruhige Zeit. Dafür bin ich dankbar.“

„So etwas wird Deiner Generation wohl verwehrt sein. Deine Generation wird ihre Berufe zwei oder dreimal komplett neu lernen müssen, bis sie in Rente gehen darf und wer sich weigert, immer wieder die Schulbank zu drücken, wird im Armenhaus landen. Egal, welchen Beruf er mal gelernt hat. Also höre nie auf zu lernen, und interessiere Dich für Neues, wann immer Du Gelegenheit dazu hast.“

Rear view of man with suitcase and a globeDie mittelständische Wirtschaft hat schon einige Strukturveränderungen überstehen müssen. Und doch kamen die besten Lösungen aus dem Mittelstand selbst und er hat die Veränderungen immer wieder durchgestanden. Aktuell sind es überbordende Bürokratie und Globalisierung, mit denen wir zu kämpfen haben.

Globalisierung zehrt in unserer hochentwickelten Industriegesellschaft gewaltig an den Existenzgrundlagen Kleiner und Mittelständischer Unternehmen. Diejenigen, die sich nicht oder nur unzureichend darauf einstellen, werden sich auf den veränderten Märkten irgendwann nicht länger behaupten können und enden früher oder später in der Insolvenz. Das erlebe ich schon seit ich Denken kann.

Diese Situation gefährdet folglich auch viele Arbeitsplätze. Werden doch mehr als 70 Prozent aller Arbeitsplätze in Deutschland im Mittelstand gestellt.

Seit Anfang der 1950er Jahre waren bei strukturellen Marktveränderungen neben den Arbeitsplätzen ungelernter Arbeitnehmer immer auch ältere Berufsbilder betroffen, deren Qualifikationsanforderungen überholten Standards entstammten. Mit den Umsetzungen der Veränderungen entstanden dann meist neue bzw. veränderte Berufsbilder mit anderen Qualifikationsanforderungen.

Lernbereite Arbeitnehmer konnten sich an die veränderten Situationen anpassen und eventuell im gleichen Betrieb weiterarbeiten oder in einem anderen Unternehmen einen neuen Arbeitsplatz finden. Nur wer nicht bereit war sich anzupassen, blieb auf der Strecke. Da war immer schon ein großes Jammern zu hören.

Größere Veränderungen mit Reibungspunkten gab es mit Einführung von Computersteuerungen im Bereich der Werkzeugmaschinen. Genauso auch bei der Umstellung auf PC-Arbeitsplätze in den Büros.

Damit mittelständische Unternehmen wettbewerbs- und überlebensfähig bleiben, müssen sie auch jetzt auf die aktuellen Herausforderungen reagieren, die die Globalisierung mit sich bringt. Sie sind gezwungen, ihre Prozesse und Abläufe auf allen Ebenen zu überprüfen und effizienter zu gestalten. Das bedeutet einerseits Kosten zu senken,  andererseits Produktivität und Absatz zu steigern. Diese Anforderungen können nur mit Digitalisierung und Automatisierung aller dafür geeigneten Abläufe erfüllt werden.

Digitalisierung und Automatisierung sind daher unabdingbare Maßnahmen, damit mittelständische Unternehmen überleben und das gros der Arbeitsplätze erhalten können. Auch dieses mal werden manche Berufsbilder verschwinden und andere sich drastisch verändern. Nach den Umstellungen werden dann evtl. andere oder veränderte Qualifikationen benötigt. Wenn Unternehmen Ihre Mitarbeiter in die Digitalisierung und Automatisierung von Anfang an mit einbeziehen, können diese in die Veränderung mit hineinwachsen. Automatisierung der Unternehmenskommunikation bietet andererseits viele Möglichkeiten, Schulungen, Fortbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen automatisiert und flexibel durchzuführen.

Damit kann andererseits mit demografischem Wandel einhergehenden Fachkräftemangel wirksam begegnet werden. So muss Automatisierung nicht zwangsläufig zur Vernichtung von Arbeitsplätzen ihrer Anzahl nach führen sondern es würden eventuell auch nur andere Qualifikationen gebraucht.  Vorhandenes Personal kann mit Hilfe automatisierter Schulungsmaßnahmen für die neuen, bzw. veränderten Aufgaben qualifiziert werden.

Nur bildungsresistente Arbeitnehmer, die sich innerbetrieblichen Schulungsmaßnahmen und Fortbildungen verweigern, würden auf der Strecke bleiben.

Umdenken auch seitens der Führungskräfte

Digitalisierung und Automatisierung erfordern allerdings ein gewaltiges Umdenken in den Führungsebenen der Unternehmen.

Während die herkömmliche betriebswirtschaftliche Denkweise, Unternehmen noch nach Ihrem organisatorischen Aufbau und den Hierarchie-Ebenen beurteilt, hat dies keine Relevanz für Unternehmenserfolg und betriebswirtschaftliche Ziele mehr. Diese Strukturen haben nur noch juristische Relevanz.

Die Überlebensfähigkeit der Unternehmen hängt einzig noch an Bonität, Finanzkraft und Kreditwürdigkeit. Diese wiederum werden anhand von Wertschöpfung, Produktivität und Absatzstärke beeinflusst. Also von Prozessen und Abläufen. Damit steht und fällt jedes Unternehmen mit der Qualität und Effizienz seiner betrieblichen Abläufe.

Digitalisierung ist nur die Transformation von Abläufen von physischen auf digitale Ebenen. Das muss zwangsläufig in die Automatisierung führen, ohne die Digitalisierung keinen Sinn machen würde. Dazu müssen Prozesse, also Abläufe transparent gemacht und optimiert werden.

Unternehmen werden also künftig prozessorientiert arbeiten müssen und nicht mehr aufbauorientiert. Hierarchien und Zuständigkeiten verlieren an Bedeutung. Effizienz der Abläufe und Kundenorientierung ist gefragt. Abteilungen und Unternehmensbereiche, die sich in herkömmlichen Strukturen hinter ihrem Zuständigkeitsbereich verschanzt haben, wie zum Beispiel Marketing, Vertrieb und Produktion, werden künftig an einem Strang ziehen müssen. Das erfordert permanente innerbetriebliche Dialoge statt stiller Weitergabe von Vorgängen an die nächste Abteilung.

Die Unternehmen werden sich dazu mit Lösungen für eine barrierefreie innerbetriebliche Kommunikation befassen müssen, die durch Automatismen dafür sorgt, dass Jeder zu jedem Zeitpunkt alle relevanten Informationen hat, die er für seine Arbeit braucht.

 

 

 

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